Glossar

Fachbegriffe aus Finanzierung, Förderung und Betrieb

Dieses Glossar ver­sam­melt die wich­tigs­ten Schlüs­sel­be­grif­fe, die in Business­plänen, Pitch Decks, Förder­anträgen, SaaS-Modellen, Betriebs­konzepten und Restruk­turierungsdokumenten re­gel­mä­ßig vorkommen — von Tragfähigkeits­bescheinigung über TAM/SAM/SOM und Cap-Table bis zu För­der­ku­lis­se, Kon­zes­si­on und Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung. Jeder Eintrag ist kompakt definiert (zwei bis vier Sätze), mit Wikidata-Ver­knüp­fung als Knowledge-Graph-Anker für Such­ma­schi­nen und KI-Systeme, mit Quer­verweisen zu den passenden ver­tie­fen­den Ratgebern und — wo relevant — mit Hinweis auf die zugrunde liegende Rechts­norm. Ziel: Leser sollen Begriffe schnell präzise einordnen können, ohne sich durch ganze Ratgeber-Texte arbeiten zu müssen, und Verweise haben, sobald sie tiefer ein­stei­gen wollen.

Quellennetzwerk: Geschäftsunterlage als Knoten verbunden mit SGB III, BAFA, EXIST, destatis, KfW, IHK, GastG und HwO als Belegquellen

Finanzierungs-Dokumente

Businessplan

Ein Business­plan ist das zentrale Dokument zur Dar­stel­lung eines Ge­schäfts­vor­ha­bens. Er verbindet Markt­analyse, Geschäfts­modell, Finanz­planung und Ri­si­ko­be­trach­tung in einer struk­tu­rier­ten Ar­gu­men­ta­ti­on für Inves­toren, Förder­stellen oder interne Gremien. In Deutsch­land verlangen Agentur für Arbeit, IHK und Lan­des­för­der­ban­ken Business­pläne als Entscheidungs­grundlage für Zuschüsse und Kredite.

Wikidata Q208034 ↗ · Leistung: Business­plan · Ratgeber: Business­plan erstellen

Finanzplan

Der Finanz­plan ist der quan­ti­ta­ti­ve Kern des Business­plans. Er umfasst Um­satz­pla­nung, Kos­ten­struk­tur, Li­qui­di­täts­vor­schau, Ren­ta­bi­li­täts­rech­nung und Ka­pi­tal­be­darf — in der Regel über 3 bis 5 Jahre, mit mo­nat­li­cher Auflösung im ersten Jahr. Ohne be­last­ba­ren Finanz­plan gibt es weder Inves­toren-Com­mit­ment noch För­der­zu­sa­ge.

Wikidata Q1416547 ↗ · Leistung: Finanz­plan · Ratgeber: Finanz­plan erstellen · Ratgeber: Liquiditäts­planung

Pitch Deck

Ein Pitch Deck ist eine 10- bis 15-seitige visuelle Zu­sam­men­fas­sung eines Vorhabens für Inves­toren. Es folgt einer bewährten Dra­ma­tur­gie (Problem, Lösung, Markt, Geschäfts­modell, Traktion, Team, Ask) und wird sowohl als Leave-Behind per E-Mail als auch live prä­sen­tiert. Ab­gren­zung zur Unternehmens­präsentation: Das Pitch Deck zielt auf Ka­pi­tal­ge­ber, die Unternehmens­präsentation auf Käufer oder Partner.

Leistung: Pitch Deck · Ratgeber: Aufbau · Ratgeber: Delivery

Executive Summary

Die Executive Summary ist die ein­sei­ti­ge Kurz­fas­sung eines Business­plans. Sie wird zuletzt ge­schrie­ben, aber zuerst gelesen — und ent­schei­det oft, ob der Rest des Dokuments überhaupt beachtet wird. Pflicht­be­stand­tei­le: Vorhaben in einem Satz, Markt­pro­blem, Lösung, Geschäfts­modell, Team, Ka­pi­tal­be­darf.

Wikidata Q1383611 ↗ · Leistung: Manage­ment Summary · Ratgeber: Executive Summary schreiben

Machbarkeitsstudie

Eine Machbarkeits­studie prüft vor einer In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dung die tech­ni­sche, wirt­schaft­li­che und recht­li­che Um­setz­bar­keit eines Vorhabens. Förder­programme (KfW, BAFA) un­ter­stüt­zen Machbarkeits­studien teilweise als vor­ge­la­ger­te Leistung zum Pro­jekt­start.

Wikidata Q755009 ↗ · Leistung: Machbarkeits­studie

Unternehmensbewertung

Die Un­ter­neh­mens­be­wer­tung ermittelt den wirt­schaft­li­chen Wert eines Un­ter­neh­mens für Kauf-, Verkaufs-, Nachfolge- oder Streit­sze­na­ri­en. Üblich sind Er­trags­wert­ver­fah­ren, DCF-Methode und Mul­ti­pli­ka­tor-Ansätze. Für steuer- oder ge­richts­bin­den­de Zwecke ist meist ein IDW-S1-konformes Gutachten eines zer­ti­fi­zier­ten Bewerters er­for­der­lich.

Wikidata Q1322967 ↗ · Leistung: Un­ter­neh­mens­be­wer­tung

Strategie & Methodik

SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse struk­tu­riert Stärken (Strengths), Schwächen (We­ak­ne­s­ses), Chancen (Op­por­tu­ni­ties) und Be­dro­hun­gen (Threats) eines Un­ter­neh­mens oder Vorhabens. Sie ist me­tho­di­sche Grundlage für Stra­te­gie­ent­schei­dun­gen und wird von Inves­toren, Förder­stellen und internen Gremien als Stan­dard­in­stru­ment erwartet.

Wikidata Q175096 ↗ · Leistung: SWOT-Analyse · Ratgeber: SWOT-Analyse

Marktanalyse

Die Markt­analyse un­ter­sucht Ziel­grup­pen, Markt­grö­ße, Trends und Wett­be­wer­ber eines Vorhabens. Be­last­ba­re Markt­analysen werden bottom-up her­ge­lei­tet (konkrete Ziel­kun­den × Preis × Frequenz), nicht top-down aus Ana­lys­ten­re­ports zitiert. Se­kun­där­quel­len: Destatis, Eurostat, IHK-Kon­junk­tur­be­rich­te, Fach­ver­bands-Sta­tis­ti­ken.

Wikidata Q1901028 ↗ · Leistung: Markt­analyse · Ratgeber: Markt­analyse erstellen

Wettbewerbsanalyse

Die Wettbewerbs­analyse iden­ti­fi­ziert direkte (gleiches Angebot, gleiche Ziel­grup­pe), indirekte (al­ter­na­ti­ve Lösung) und sub­sti­tu­ti­ve Wett­be­wer­ber. Profile umfassen Größe, Markt­an­teil, Po­si­tio­nie­rung, Pricing und Stärken/Schwächen. Quellen: Un­ter­neh­mens­re­gis­ter (für of­fen­le­gungs­pflich­ti­ge Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und große Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaf­ten, seit 2022), Webseiten-Be­ob­ach­tung, Pres­se­mit­tei­lun­gen, Kun­den­in­ter­views.

Wikidata Q624630 ↗ · Leistung: Wettbewerbs­analyse

TAM — Total Addressable Market

Der TAM be­schreibt das gesamte theo­re­ti­sche Markt­vo­lu­men für eine Lösung — ohne geo­gra­phi­sche, re­gu­la­to­ri­sche oder Markt­an­teils-Be­gren­zung. Er be­ant­wor­tet die Frage: „Wenn jeder po­ten­zi­el­le Kunde weltweit unsere Lösung nutzen würde, wie groß wäre der Markt?" TAM ist die Ober­gren­ze, nie das rea­lis­ti­sche Ziel — Inves­toren erwarten saubere Trennung zu SAM und SOM.

Ratgeber: Markt­analyse erstellen · SAM · SOM

SAM — Serviceable Addressable Market

Der SAM begrenzt den TAM auf den Markt, der geo­gra­phisch, re­gu­la­to­risch und ver­trieb­lich tat­säch­lich er­reich­bar ist. Beispiel: TAM weltweit, SAM nur DACH-Raum, weil das Vorhaben die deutsch­spra­chi­ge Compliance-Logik bedient. Der SAM ist der relevante Be­zugs­wert für Markt-Vor­her­sa­gen.

TAM · SOM

SOM — Serviceable Obtainable Market

Der SOM ist der Markt­an­teil, den ein Un­ter­neh­men in 3–5 Jahren rea­lis­tisch erreichen kann — abhängig von Ver­triebs­ka­pa­zi­tät, Wett­be­werb und Markt­ein­tritts­hür­den. Inves­toren prüfen den SOM auf Plau­si­bi­li­tät: SOM ohne Bottom-up-Her­lei­tung wirkt will­kür­lich, SOM > 25 % des SAM in 3 Jahren wird selten geglaubt.

TAM · SAM · Leistung: Markt­analyse

Risikoanalyse

Die Risiko­analyse iden­ti­fi­ziert, bewertet und prio­ri­siert Risiken für Un­ter­neh­men, Projekte oder Vorhaben. In­ter­na­tio­na­le Grundlage ist die Norm ISO 31000, in re­gu­lier­ten Branchen (Pharma, Medizin, Finanz, Energie) gelten zu­sätz­li­che sek­tor­spe­zi­fi­sche Richt­li­ni­en. Jede Ri­si­ko­po­si­ti­on erhält Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit, Aus­wir­kung und Ge­gen­maß­nah­me.

Wikidata Q11679892 ↗ · Leistung: Risiko­analyse

Leitbild

Ein Leitbild ist die schrift­li­che Fixierung von Werten, Vision und Mission einer Or­ga­ni­sa­ti­on. Es dient als ori­en­tie­ren­de Grundlage für stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen, Au­ßen­dar­stel­lung und interne Kultur. Anders als Marketing-Texte ist ein be­last­ba­res Leitbild me­tho­disch aus der gelebten Kultur heraus ent­wi­ckelt, nicht von außen auf­ge­setzt.

Leistung: Leitbild

Investoren-Kommunikation & SaaS-Metriken

ARR — Annual Recurring Revenue

ARR ist der an­nua­li­sier­te Wie­der­kehr­um­satz aus laufenden Verträgen. Be­rech­nung: mo­nat­li­che oder quar­tals­wei­se wie­der­keh­ren­de Erlöse hoch­ge­rech­net auf 12 Monate. Im DACH-Series-A-Korridor liegen typische ARR-Schwellen bei 0,5–1,5 Mio. €. Inves­toren be­vor­zu­gen ARR vor Total Revenue, weil er die Ska­lier­bar­keit und Kal­ku­lier­bar­keit des Geschäfts­modells abbildet.

Leistung: Pitch Deck · Ratgeber: Pitch Deck Aufbau

MRR — Monthly Recurring Revenue

MRR ist der mo­nat­li­che Wie­der­kehr­um­satz. Dif­fe­ren­zie­rung: New MRR (Neukunden), Expansion MRR (Up-/Cross-Sells), Con­trac­tion MRR (Down­gra­des), Churn MRR (Kün­di­gun­gen). Net New MRR = New + Expansion − Con­trac­tion − Churn. Im frühen SaaS-Stadium ist Monats-Wachstum von 10–20 % typisch und wird von Inves­toren genau verfolgt.

ARR · NRR

CAC — Customer Acquisition Cost

CAC sind die durch­schnitt­li­chen Kosten zur Gewinnung eines Neukunden — Marketing-Spend plus Sales-Kosten geteilt durch Anzahl Neukunden im selben Zeitraum. CAC ist die zentrale Effizienz-Kennzahl jedes wachs­tums­ori­en­tier­ten Geschäfts­modells. Bewertet wird sie immer im Ver­hält­nis zu LTV (LTV/CAC-Ratio sollte min­des­tens 3:1 liegen) und zu Payback Period (typisch < 12 Monate für SaaS-Ska­lie­rung).

LTV · Ratgeber: Pitch Deck Aufbau

LTV — Customer Lifetime Value

LTV ist der erwartete Gesamt-Beitrag (De­ckungs­bei­trag) eines Kunden über die gesamte Ge­schäfts­be­zie­hung. Ver­ein­fach­te Formel: durch­schnitt­li­cher mo­nat­li­cher De­ckungs­bei­trag × erwartete Kun­den­le­bens­dau­er in Monaten. Aus­sa­ge­kraft erreicht der LTV erst im Ver­hält­nis zum CAC (LTV/CAC-Ratio) und zur Payback Period — Ein­zel­wert ohne Bezug ist Marketing-Zahl.

CAC

Burn Rate

Die Burn Rate ist der mo­nat­li­che Netto-Cash­ver­brauch eines Un­ter­neh­mens — Gross Burn (alle Aus­zah­lun­gen) minus Ein­zah­lun­gen aus Umsätzen ergibt Net Burn. In der Pre-Pro­fi­ta­bi­li­ty-Phase ist die Burn Rate Haupt­steue­rungs­grö­ße, weil sie zusammen mit dem Cash-Bestand die Runway bestimmt.

Runway · Ratgeber: Liquiditäts­planung

Runway

Die Runway ist die ver­blei­ben­de Zeit (in Monaten), bis der Cash-Bestand bei aktueller Burn Rate auf­ge­braucht ist. Be­rech­nung: aktueller Cash-Bestand / mo­nat­li­che Burn Rate. Inves­toren erwarten zum Zeitpunkt einer Finanzierungs­runde min­des­tens 12–18 Monate Runway nach Closing — kürzere Runways bedeuten re­du­zier­te Ver­hand­lungs­po­si­ti­on.

Burn Rate

Cap Table — Beteiligungsstruktur

Die Cap Table ist die struk­tu­rier­te Übersicht der Ge­sell­schaf­ter und ihrer Anteile. Voll­stän­di­ge Cap Tables enthalten Common Shares, Preferred Shares (mit Li­qui­da­ti­ons­prä­fe­ren­zen), Optionen (ESOP/MBO), Wan­del­dar­le­hen (SAFE, Con­ver­ti­ble Notes) und Vesting-Pläne. Ak­tua­li­tät ist Pflicht — Inves­toren sehen ver­wäs­ser­te Struk­tu­ren sofort.

Term Sheet · Leistung: Investor Memo

Term Sheet

Ein Term Sheet ist die rechtlich nicht bindende Vorab-Über­ein­kunft über die Kon­di­tio­nen einer Fi­nan­zie­rungs-Runde. Stan­dard­klau­seln: Bewertung (Pre-/Post-Money), In­ves­ti­ti­ons­sum­me, An­teils­klas­se (Preferred Shares), Li­qui­da­ti­ons­prä­fe­renz (1×, 2× par­ti­ci­pa­ting/non-par­ti­ci­pa­ting), Anti-Dilution-Schutz, Vesting, In­for­ma­ti­on Rights, Drag-Along/Tag-Along. Ohne spe­zia­li­sier­ten Anwalt nicht ge­gen­zu­zeich­nen.

Cap Table

Investor Memo

Ein Investor Memo ist ein 3–6-seitiger schrift­li­cher Lesebrief für Inves­toren — lesbar ohne Live-Pitch, mit harten Zahlen, Cap Table, Use of Funds, Risiko-Dis­kus­si­on und Mei­len­stein-Roadmap. Es ergänzt das Pitch Deck und wird typisch nach dem ersten Inves­toren-Termin (mit NDA) versendet, oft als Lead-Investor-Briefing oder Co-Inves­toren-On­boar­ding.

Leistung: Investor Memo · Vergleich: Pitch Deck vs. Investor Memo vs. One-Pager

One-Pager (Investor)

Der One-Pager ist das Erst­kon­takt-Dokument: 1 Seite (PDF), 8–12 Bullets mit Hook, Problem, Lösung, Markt-/Traction-Indikator, Team-Kurz-Profil, Ask. Funktion: ohne NDA ver­send­bar, sensible Daten weglassen, Termin-Trigger für Inves­toren oder Groß­kun­den.

Leistung: One-Pager

NRR — Net Revenue Retention

NRR misst, wie viel Umsatz aus dem Be­stands­kun­den-Kohorte eines be­stimm­ten Zeitraums in der Fol­ge­pe­ri­ode noch da ist — abzüglich Churn, abzüglich Down­gra­des, plus Expansion. NRR > 100 % bedeutet, dass Be­stands­kun­den nicht nur bleiben, sondern wachsen. Top-SaaS-Un­ter­neh­men erreichen NRR von 110–130 %, was als starkes Ska­lie­rungs-Signal gilt.

MRR · ARR

Förderprogramme

Gründungszuschuss

Der Gründungs­zuschuss ist eine Er­mes­sens­leis­tung der Agentur für Arbeit nach § 93 SGB III für Selbst­stän­di­ge, die aus Ar­beits­lo­sig­keit gründen. Phase 1 (6 Monate, Re­gel­för­de­rung bei erfüllten Voraus­setzungen): ALG I plus 300 Euro So­zi­al­ver­si­che­rungs­pau­scha­le. Phase 2 (9 Monate, Ermessen): 300 Euro monatlich. Voraus­setzungen: Rest­an­spruch ALG I ≥ 150 Tage, Tragfähigkeits­bescheinigung einer fach­kun­di­gen Stelle, haupt­be­ruf­li­che Ausübung.

Ar­beits­agen­tur ↗ · Leistung · Ratgeber: be­an­tra­gen · Rechner

EXIST-Gründungsstipendium

EXIST ist ein För­der­pro­gramm des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Energie (BMWE), ad­mi­nis­triert durch den Pro­jekt­trä­ger Jülich (PtJ), für wis­sen­schafts­ba­sier­te Aus­grün­dun­gen aus Hoch­schu­len und au­ßer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen. Gefördert werden bis zu 3 Team­grün­der mit mo­nat­li­chen Sti­pen­di­en plus Sach- und Coa­ching­mit­teln. Vor­aus­set­zung: Hochschul-Partner und in­no­va­ti­ve Ge­schäfts­idee.

exist.de ↗ · Leistung: EXIST-Antrag · Ratgeber

ZIM — Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

ZIM ist ein bun­des­wei­tes För­der­pro­gramm des BMWE für mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen mit in­no­va­ti­ven FuE-Projekten. Es gibt drei Pro­jekt­ty­pen: Ein­zel­be­trieb­lich, Ko­ope­ra­ti­on (min­des­tens zwei Partner), In­no­va­ti­ons­netz­werk. För­der­quo­te ty­pi­scher­wei­se 25–55 Prozent der zu­wen­dungs­fä­hi­gen Kosten, abhängig von Un­ter­neh­mens­grö­ße und Ko­ope­ra­ti­on.

zim.de ↗ · Leistung: ZIM-Antrag

Horizon Europe

Horizon Europe ist das Rah­men­pro­gramm der Eu­ro­päi­schen Union für Forschung und In­no­va­ti­on mit einem Ge­samt­bud­get von 95,5 Mil­li­ar­den Euro (2021–2027). Es gliedert sich in drei Säulen: Ex­zel­len­te Wis­sen­schaft, Globale Her­aus­for­de­run­gen, In­no­va­ti­ves Europa. Für Deutsch­land ko­or­di­niert das DLR-PT als Nationale Kon­takt­stel­le.

Wikidata Q55613948 ↗ · EU Funding Portal ↗ · Leistung: Horizon-Europe-Antrag

Tragfähigkeitsbescheinigung

Die Tragfähigkeits­bescheinigung ist eine fach­kun­di­ge Stel­lung­nah­me einer von der Agentur für Arbeit an­er­kann­ten Stelle (typisch IHK, HWK, Steu­er­be­ra­ter, Exis­tenz­grün­dungs­be­ra­tun­gen) — sie bestätigt, dass das geplante Grün­dungs­vor­ha­ben wirt­schaft­lich tragfähig ist. Sie ist Pflicht­be­stand­teil jedes Gründungs­zuschuss-Antrags nach § 93 SGB III und wird auf Basis von Business­plan und Finanz­plan aus­ge­stellt.

Ratgeber: Tragfähigkeits­bescheinigung · Gründungs­zuschuss

AVGS — Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein

Der AVGS ist ein Gutschein der Agentur für Arbeit für ar­beits­markt­na­he Maßnahmen nach § 45 SGB III — u. a. Exis­tenz­grün­dungs­be­ra­tung. Mit AVGS-zu­ge­las­se­nen Trägern können ALG-I- und Bür­ger­geld-Empfänger Be­ra­tun­gen zu Selbst­stän­dig­keit fördern lassen, oft kos­ten­frei für den Ge­för­der­ten. AVGS und Gründungs­zuschuss schließen sich nicht aus.

Bun­des­agen­tur für Arbeit

INVEST-Zuschuss

Der INVEST-Zuschuss ist ein För­der­pro­gramm des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums für private Wag­nis­ka­pi­tal­ge­ber (Business Angels), die in junge in­no­va­ti­ve Un­ter­neh­men in­ves­tie­ren. Er­werbs­zu­schuss seit der Reform März 2024: 15 % des In­ves­ti­ti­ons­be­trags an den Investor (vorher 20–25 %), max. 100.000 € Er­werbs­zu­schuss kumulativ je Investor. Das Un­ter­neh­men muss bestimmte In­no­va­tions- und Wachs­tums­kri­te­ri­en erfüllen.

BAFA-INVEST ↗

KfW — Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die KfW ist die deutsche För­der­bank des Bundes (80 %) und der Länder (20 %). Sie fi­nan­ziert über zins­güns­ti­ge Kredite und Zuschüsse u. a. En­er­gie­ef­fi­zi­enz-Sanierung, Exis­tenz­grün­dung (ERP-Programme), In­no­va­ti­ons­för­de­rung und kommunale In­fra­struk­tur. PITCH & PAPER struk­tu­riert KfW-An­trags­un­ter­la­gen — die Kre­dit­ver­ga­be erfolgt über die Hausbank (Haus­bank­prin­zip).

kfw.de ↗

Betrieb & Compliance

HACCP — Hazard Analysis and Critical Control Points

HACCP ist das in­ter­na­tio­nal stan­dar­di­sier­te Ei­gen­kon­troll­sys­tem für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit. In der EU ge­setz­lich verankert in der Ver­ord­nung 852/2004 über Le­bens­mit­tel­hy­gie­ne. Jeder Le­bens­mit­tel­be­trieb muss ein HACCP-Konzept mit Ge­fah­ren­ana­ly­se, kri­ti­schen Kon­troll­punk­ten und do­ku­men­tier­ter Ei­gen­kon­trol­le vorhalten. Über­wa­chung durch Le­bens­mit­tel­be­hör­de und Ve­te­ri­när­amt.

Wikidata Q279454 ↗ · VO (EG) Nr. 852/2004 ↗ · Leistung: Hy­gie­ne­kon­zept HACCP

ISO 9001 — Qualitätsmanagementsysteme

ISO 9001:2015 ist die in­ter­na­tio­na­le Norm für Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­te­me. Sie definiert pro­zess­ori­en­tier­te An­for­de­run­gen an die sys­te­ma­ti­sche Planung, Umsetzung und Ver­bes­se­rung von Qualität in Or­ga­ni­sa­tio­nen. Eine Zer­ti­fi­zie­rung erfolgt durch DAkkS-ak­kre­di­tier­te Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len, geprüft wird re­gel­mä­ßig durch Audits (typisch jährlich).

Wikidata Q1060682 ↗ · iso.org ↗ · Leistung: QM-Handbuch ISO 9001

ESG-Bericht / Nachhaltigkeitsbericht

ESG steht für En­vi­ron­men­tal, Social, Go­ver­nan­ce. Ein ESG- oder Nach­hal­tig­keits­be­richt do­ku­men­tiert die Umwelt-, Sozial- und Un­ter­neh­mens­füh­rungs-Per­for­mance einer Or­ga­ni­sa­ti­on. Seit der CSRD-Richt­li­nie (EU 2022/2464) sind immer mehr Un­ter­neh­men be­richts­pflich­tig, die ESRS-Standards (European Sus­taina­bi­li­ty Reporting Standards) de­fi­nie­ren die konkreten Da­ten­punk­te.

Wikidata Q131736012 ↗ · CSRD ↗ · Leistung: ESG-Bericht

ISO 37301 — Compliance-Management-Systeme

ISO 37301 (2021) ist die in­ter­na­tio­na­le Norm für Compliance-Manage­ment-Systeme. Sie ersetzt ISO 19600 und definiert An­for­de­run­gen an Aufbau, Umsetzung, Bewertung und Ver­bes­se­rung von Compliance-Systemen — ri­si­ko­ba­siert, pro­zess­ori­en­tiert, do­ku­men­tiert. Ergänzend regelt ISO 37001 Anti-Be­stechungs-Manage­ment.

Leistung: Compliance-Handbuch

LkSG — Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Das LkSG ver­pflich­tet seit 2023 (für Un­ter­neh­men mit mehr als 3.000 Mit­ar­bei­ten­den) bzw. 2024 (mehr als 1.000 Mit­ar­bei­ten­de) zur Beachtung men­schen­recht­li­cher und um­welt­be­zo­ge­ner Sorg­falts­pflich­ten in der Lie­fer­ket­te. Cascade-Effekt: Auch KMU-Lie­fe­ran­ten be­trof­fe­ner Groß­un­ter­neh­men müssen Auskunfts- und Mit­wir­kungs­pflich­ten erfüllen.

Leistung: Compliance-Handbuch · Leistung: Risiko­analyse

DSK — Datenschutzkonferenz

Die DSK (Konferenz der un­ab­hän­gi­gen Da­ten­schutz­auf­sichts­be­hör­den des Bundes und der Länder) ist das wich­tigs­te deutsche Aus­le­gungs­gre­mi­um für DSGVO und BDSG. Sie ver­öf­fent­licht „Kurz­pa­pie­re", Be­schlüs­se und Ori­en­tie­rungs­hil­fen, die in der Praxis als ver­bind­li­che Auslegung gelten. PITCH & PAPER ori­en­tiert sich primär an DSK-Emp­feh­lun­gen, nicht an Bun­des­land-Spezifika.

da­ten­schutz­kon­fe­renz-online.de ↗ · Leistung: Datenschutz­konzept

BfDI — Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Die BfDI ist die Da­ten­schutz­auf­sichts­be­hör­de des Bundes — zuständig für Bun­des­be­hör­den, Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Post­un­ter­neh­men, So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger des Bundes. Bei nicht-öf­fent­li­chen Stellen sind die Lan­des­be­auf­trag­ten zuständig. Die BfDI ist auch Schnitt­stel­le zur EU-Ebene (Eu­ro­päi­scher Da­ten­schutz­aus­schuss EDSA).

bfdi.bund.de ↗

Versorgungsvertrag (§ 72 SGB XI)

Der Ver­sor­gungs­ver­trag nach § 72 SGB XI ist Vor­aus­set­zung dafür, dass Pfle­ge­ein­rich­tun­gen mit den Pfle­ge­kas­sen abrechnen können. Voraus­setzungen: Erfüllung § 71 SGB XI (Leitung, Personal), Leis­tungs­fä­hig­keit, Wirt­schaft­lich­keit, Qua­li­täts­ma­nage­ment, Zu­stim­mung zu Qua­li­täts­prü­fun­gen, ta­rif­li­che Bezahlung. Ver­han­delt wird mit den Lan­des­ver­bän­den der Pfle­ge­kas­sen.

Branche: Pflege · Ratgeber: Business­plan Pflege

Versammlungsstättenverordnung (MVStättV)

Die MVStättV (Muster-Ver­samm­lungs­stät­ten­ver­ord­nung der Bau­mi­nis­ter­kon­fe­renz) wird durch Landes-VStättV umgesetzt und regelt Bau, Betrieb und Brand­schutz von Ver­samm­lungs­stät­ten mit mehr als 200 Besuchern (ge­schlos­se­ne Ver­samm­lungs­stät­ten) bzw. mehr als 1.000 Besuchern (im Freien). Übliche Fit­ness­stu­di­os, Re­stau­rants und Büros fallen meist nicht in den An­wen­dungs­be­reich.

Leistung: Brand­schutz­kon­zept · Leistung: Si­cher­heits­kon­zept

Kommunikation & Reporting

White Paper

Ein White Paper ist ein au­to­ri­ta­ti­ves Fach- und Po­si­ti­ons­do­ku­ment, das ein Thema tief­ge­hend erklärt und eine Lösung oder Emp­feh­lung ar­gu­men­tiert. Es wird typisch in B2B-Marketing zur Lead-Ge­ne­rie­rung, in Politik zur Po­si­tio­nie­rung und in Forschung zur Ein­füh­rung neuer Ansätze ein­ge­setzt. Länge: 6–30 Seiten, formale Sprache, Belege ob­li­ga­to­risch.

Wikidata Q223729 ↗ · Leistung: White Paper

Pressemitteilung

Eine Pres­se­mit­tei­lung ist die formale In­for­ma­ti­ons­vor­la­ge für Re­dak­tio­nen mit dem Ziel re­dak­tio­nel­ler Be­richt­erstat­tung. Formale An­for­de­run­gen: Nach­rich­ten­wert, objektive Dar­stel­lung, Zitate, Kon­takt­an­ga­ben. Gute Pres­se­mit­tei­lun­gen folgen dem Prinzip der um­ge­kehr­ten Pyramide — wich­tigs­te In­for­ma­ti­on zuerst.

Wikidata Q207184 ↗ · Leistung: Pres­se­mit­tei­lung

Geschäftsbericht

Der Ge­schäfts­be­richt ist die jährliche Bi­lanz­dar­stel­lung eines Un­ter­neh­mens für Ge­sell­schaf­ter, Auf­sichts­rat, Mit­ar­bei­ter und Öf­fent­lich­keit. Er kom­bi­niert La­ge­be­richt (Textteil mit Ein­ord­nung) und Jah­res­ab­schluss (Zahlen). Für größere Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten ist er nach HGB ver­pflich­tend und wird im Un­ter­neh­mens­re­gis­ter ver­öf­fent­licht (seit 2022 per § 8b HGB; vorher Bun­des­an­zei­ger).

Wikidata Q699735 ↗ · Leistung: Ge­schäfts­be­richt

Behörden & Institutionen

Bundesagentur für Arbeit

Die Bun­des­agen­tur für Arbeit (BA) ist die deutsche So­zi­al­ver­si­che­rungs­be­hör­de für Ar­beits­för­de­rung, Be­rufs­be­ra­tung und Ar­beits­ver­mitt­lung. Zuständig für Ar­beits­lo­sen­geld I, Gründungs­zuschuss, Ak­ti­vie­rungs- und Ver­mitt­lungs­gut­schei­ne. Sitz in Nürnberg, 155 Agenturen bun­des­weit.

Wikidata Q1478016 ↗ · ar­beits­agen­tur.de ↗

BAFA — Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Das BAFA ist eine Bun­des­ober­be­hör­de im Ge­schäfts­be­reich des BMWE. Zuständig für Wirt­schafts- und En­er­gie­för­de­rung (Be­ra­tungs­för­de­rung für KMU, En­er­gie­ef­fi­zi­enz-Programme, Hei­zungs­för­de­rung) sowie Aus­fuhr­kon­trol­le. Sitz in Eschborn, über 2.000 Mit­ar­bei­ter.

Wikidata Q1005513 ↗ · bafa.de ↗ · Ratgeber: BAFA-Be­ra­tungs­för­de­rung

IHK — Industrie- und Handelskammer

Die IHKs sind die ge­setz­li­chen In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen der Ge­wer­be­be­trie­be (außer Handwerk) in Deutsch­land. Sie über­neh­men ho­heit­li­che Aufgaben (Be­rufs­aus­bil­dung, Prü­fungs­we­sen, Gutachten) und bieten Exis­tenz­grün­dungs­be­ra­tung. 79 regionale IHKs, Dach­ver­band: DIHK. Für Gründungs­zuschuss-Anträge und Business­plan-Stel­lung­nah­men ist die IHK oft fach­kun­di­ge Stelle.

Wikidata Q897399 ↗ · ihk.de ↗

Recht & Steuern

Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

Die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UStG erlaubt Un­ter­neh­mern unter be­stimm­ten Um­satz­gren­zen, keine Um­satz­steu­er aus­zu­wei­sen und ab­zu­füh­ren. Seit dem Jah­res­steu­er­ge­setz 2024 (Wirkung ab 2025): Vorjahres-Ge­samt­um­satz bis 25.000 € und im laufenden Ka­len­der­jahr vor­aus­sicht­lich nicht mehr als 100.000 €. Folge: keine USt-Aus­wei­sung, aber auch kein Vor­steu­er­ab­zug.

Vergleich Rechts­for­men

GWG — Geringwertige Wirtschaftsgüter

GWG sind nach § 6 Abs. 2 EStG selbst­stän­dig nutzbare be­weg­li­che Wirt­schafts­gü­ter mit An­schaf­fungs-/Her­stel­lungs­kos­ten bis 800 € netto (seit 2018). Sie können sofort voll­stän­dig im An­schaf­fungs­jahr ab­ge­schrie­ben werden. Al­ter­na­tiv Sam­mel­pos­ten (Pool-AfA) zwischen 250 € und 1.000 €.

AfA

Körperschaftsteuer (§ 23 KStG)

Die Kör­per­schaft­steu­er nach § 23 KStG beträgt aktuell 15 % auf den Gewinn von Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten (UG, GmbH, AG). Hinzu kommen So­li­da­ri­täts­zu­schlag (5,5 % auf die KSt) und Ge­wer­be­steu­er (Hebesatz-abhängig ca. 7–17 %), Gesamt-Last auf Ge­sell­schafts­ebe­ne ca. 30 %. Eine schritt­wei­se KSt-Absenkung wurde 2024/2025 politisch an­ge­kün­digt — Stand 2026 noch nicht im Bun­des­ge­setz­blatt ver­ab­schie­det.

Ratgeber: Rechts­form wählen

AfA — Absetzung für Abnutzung

Die AfA verteilt die An­schaf­fungs-/Her­stel­lungs­kos­ten eines Wirt­schafts­guts über die Nut­zungs­dau­er auf mehrere Jahre. Lineare AfA ist Standard, de­gres­si­ve AfA aktuell zeitlich befristet (zuletzt durch das Steu­er­fort­ent­wick­lungs­ge­setz für An­schaf­fun­gen 1.7.2025–31.12.2027 mit 30 %-Satz re­ak­ti­viert). Die Nut­zungs­dau­ern stehen in der BMF-AfA-Tabelle (PCs/Kas­sen­sys­te­me typisch 6 Jahre, Möbel 10 Jahre, Pkw 6 Jahre).

GWG

Beihilfekumulierung

Bei­hil­fe­ku­mu­lie­rung be­schreibt die Be­gren­zung der gleich­zei­ti­gen In­an­spruch­nah­me mehrerer EU-Förder­programme. De-minimis-Beihilfen sind auf 300.000 € über 3 Jahre pro Un­ter­neh­men begrenzt; AGVO-För­de­run­gen haben pro­gramm­spe­zi­fi­sche Höchst­gren­zen. Saubere Programm-Se­quen­zie­rung und voll­stän­di­ge Ver­wen­dungs­nach­wei­se sind es­sen­zi­ell — Verstöße führen zur Rück­for­de­rung plus Ver­zin­sung.

Leistung: Förder­antrag · Vergleich Förder­programme

Finanzkennzahlen & Rechnungswesen

EBITDA

EBITDA = Earnings Before Interest, Taxes, De­pre­cia­ti­on and Amor­tiza­ti­on. Ope­ra­ti­ves Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Ab­schrei­bun­gen — Maß für die operative Cash-Erzeugung un­ab­hän­gig von Fi­nan­zie­rungs- und Steu­er­struk­tur. Standard-Be­wer­tungs-Multiple bei M&A (KMU typisch 4–8 × EBITDA, je nach Branche und Wachstum). EBITDA-Brücke zeigt die Über­lei­tung vom EBITDA zum Free Cash Flow.

Wikidata Q5322573 ↗ · GuV

BWA — Betriebswirtschaftliche Auswertung

Die BWA ist die mo­nat­li­che Er­folgs­rech­nung aus der Fi­nanz­buch­hal­tung. Stan­dar­di­sier­te Form nach DATEV-BWA-Schema: Erlöse, Material­aufwand, Per­so­nal­auf­wand, Ab­schrei­bun­gen, sonstige be­trieb­li­che Auf­wen­dun­gen, Zins­er­geb­nis → vor­läu­fi­ges Ergebnis. Pflicht­bei­la­ge für Kre­dit­ver­län­ge­run­gen, KfW-Anträge und für Sa­nie­rungs-/Insolvenz-Verfahren (Ei­gen­ver­wal­tung nach § 270a InsO, Schutz­schirm nach § 270d InsO). Banken erwarten BWA mit max. 60 Tagen Verzug.

GuV · Leistung: Finanz­plan

GuV — Gewinn- und Verlustrechnung

Die GuV nach § 275 HGB ist die jah­res­be­zo­ge­ne Erfolgs­rechnung — Erlöse minus Auf­wen­dun­gen = Jah­res­er­geb­nis. Zwei Ausweis­formen: Ge­samt­kos­ten- und Umsatzkosten­verfahren. Pflicht­bestandteil des Jahres­abschlusses für alle Kapital­gesellschaften und große Personen­gesellschaften. Im Bi­lanz­an­hang werden Son­der­ef­fek­te erläutert.

Wikidata Q243460 ↗ · BWA · EBITDA

Working Capital — Net Working Capital

Working Capital = Um­lauf­ver­mö­gen minus kurz­fris­ti­ge Ver­bind­lich­kei­ten. Misst die kurz­fris­ti­ge Li­qui­di­tät und das in der ope­ra­ti­ven Tätigkeit gebundene Kapital. Wachsende Geschäfte binden zu­sätz­li­ches Working Capital (Forderungs­bestand wächst mit dem Umsatz). Working-Capital-Manage­ment = aktive Steuerung von DSO, DPO und DIO. Negative Working Capital ist in Standard-Geschäfts­modellen ein Li­qui­di­täts-Warn­si­gnal — bei Geschäfts­modellen mit Vorab-Zahlung (Aldi, Amazon, Ver­si­che­rer, Abo-SaaS) jedoch der positive Effekt eines Negativ-CCC-Modells und kein Risiko. Der Geschäfts­modell-Kontext ent­schei­det, siehe CCC.

Wikidata Q823288 ↗ · DSO · CCC

CCC — Cash Conversion Cycle

CCC = DSO + DIO − DPO. Zeitraum in Tagen, den ein Un­ter­neh­men braucht, bis aus 1 € Material­einkauf wieder 1 € Cash auf dem Konto landet. Niedriger CCC = schnelle Cash-Erzeugung, weniger Working-Capital-Bedarf. Negativer CCC (z.B. Amazon, Aldi: zahlen Lie­fe­ran­ten später als Kunden zahlen sie) gilt als Königs­disziplin der Geschäfts­modell­gestaltung.

Working Capital · DSO · DPO

DSO — Days Sales Outstanding

DSO misst die durch­schnitt­li­che Forderungs­laufzeit in Tagen: (offene For­de­run­gen / Jahres­umsatz) × 365. Niedriger Wert = schnelle Bezahlung. DSO-Reduktion durch Skonto, Last­schrift, kürzere Zahlungs­ziele, profes­sionelles Mahnwesen. Branchen­benchmarks: B2B-Dienst­leis­tung 30–45 Tage, B2B-Industrie 45–75 Tage, B2C-Handel < 5 Tage (Karten­zahlung sofort).

DPO · CCC

DPO — Days Payable Outstanding

DPO misst die durch­schnitt­li­che Bezahl­dauer der eigenen Ver­bind­lich­kei­ten: (Ver­bind­lich­kei­ten / Material­aufwand) × 365. Hoher Wert = langes Zahlungs­ziel an Lie­fe­ran­ten = positive Working-Capital-Wirkung. Vorsicht: zu hoher DPO si­gna­li­siert Liquiditäts­engpass und be­schä­digt Lieferanten­beziehungen. Skonto-Verzicht ist meist teurer Kredit — Beispiel: 3 % Skonto bei Zahlung in 14 Tagen statt netto in 30 Tagen ent­spricht ca. 70 % ef­fek­ti­vem Jahres­zins (Formel: Skonto/(100-Skonto) × 360/Dif­fe­renz­ta­ge).

DSO · CCC

DSCR — Debt Service Coverage Ratio

DSCR = Ope­ra­ti­ver Cash Flow / Ka­pi­tal­dienst (Zins + Tilgung). Misst, wie oft das operative Ergebnis den jähr­li­chen Kapital­dienst deckt. Banken-Mindest­standard: DSCR ≥ 1,2 (KMU-Kredit), ≥ 1,3 (Projekt­finanzierung), ≥ 1,5 (Akquisitions­finanzierung). DSCR < 1,0 = Cash-Flow reicht nicht zur Bedienung — Default-Risiko.

EBITDA · Ratgeber: Finanz­plan

Goodwill — Geschäfts- oder Firmenwert

Goodwill ist die Differenz zwischen Kaufpreis und bei­zu­le­gen­dem Zeitwert des er­wor­be­nen Rein­ver­mö­gens — der Aufschlag für Marke, Kun­den­stamm, Synergien, Mit­ar­bei­ter-Know-how. Bei Un­ter­neh­mens­käu­fen ent­ste­hen­der Goodwill wird in der HGB-Bilanz aktiviert und planmäßig (typisch 5–15 Jahre) ab­ge­schrie­ben. Im­pair­ment-Tests nach IFRS prüfen jährlich, ob Goodwill wert­hal­tig bleibt.

Wikidata Q157499 ↗ · Un­ter­neh­mens­be­wer­tung

M&A & Cap-Table-Klauseln

Wandeldarlehen / Convertible Loan

Das Wan­del­dar­le­hen ist ein ver­zins­li­cher Kredit, der zu einer späteren Ei­gen­ka­pi­tal-Be­tei­li­gung gewandelt wird — typisch bei der nächsten qua­li­fi­zier­ten Finanzierungs­runde. Vorteile: schnelle Li­qui­di­tät ohne Bewertungs­diskussion, bewertungs­neutral. Standard-Klauseln: Discount (15–25 % auf nächste Runde), Valuation Cap (Bewertungs­obergrenze), Maturity (12–24 Monate Laufzeit). Steu­er­lich: Zinsen sind Betriebs­ausgaben; die Wandlung kann je nach Struktur Tat­be­stän­de zu ver­deck­ter Einlage (§ 8 Abs. 3 KStG), §§ 17/20 EStG oder Lender-side Veräußerungs­gewinnen auslösen — vor Vertrags­abschluss steu­er­li­chen Rat einholen.

SAFE · Cap Table · Leistung: Term Sheet

SAFE — Simple Agreement for Future Equity

SAFE ist ein US-stämmiger Stan­dard­ver­trag (Y Com­bi­na­tor 2013), der wan­del­dar­le­hen-ähnlich funk­tio­niert — aber ohne Ver­zin­sung und ohne feste Maturity. Vier Standard-Varianten: mit/ohne Discount × mit/ohne Valuation Cap. In Deutsch­land direkt selten genutzt: ohne aus­drück­li­chen qua­li­fi­zier­ten Rang­rücktritt zählt SAFE als Ver­bind­lich­keit und erhöht das Über­schuldungs-Risiko nach § 19 Abs. 2 InsO; zudem kol­li­die­ren GmbH-Kapital­erhaltungs­regeln mit dem US-Format. In DE meist als Wandel­darlehen mit Rang­rücktritt struk­tu­riert. Bei Cross-Border-Tran­sac­tions häufig.

Wan­del­dar­le­hen · Cap Table

Liquidation Preference

Li­qui­da­ti­on Pre­fe­rence regelt die Ver­tei­lung des Erlöses bei Verkauf, Li­qui­da­ti­on oder Auszahlungs­ereignis. Standard 1× non-par­ti­ci­pa­ting: Investor erhält in­ves­tier­tes Kapital zurück ODER pro-rata Anteil — je nachdem was höher ist. Ag­gres­si­ve­re Varianten: 1× par­ti­ci­pa­ting (zurück + pro-rata), 2× / 3× pre­fe­rence (Mul­ti­pli­ka­tor). Stacking bei mehreren Runden: spätere Inves­toren stehen vor früheren. Bei VC-Fi­nan­zie­run­gen Standard­klausel, bei Friends-&-Family selten.

Cap Table · Term Sheet

Vesting (mit Cliff)

Vesting be­schreibt den schritt­weisen Erwerb von Anteilen über die Zeit — Standard: 4 Jahre linear, 1 Jahr Cliff (im ersten Jahr keine Anteile, danach monatlich). Schützt Mit­grün­der und Inves­toren vor Mitnahme­effekten bei vor­zei­ti­gem Ausstieg. „Reverse Vesting" wendet das Prinzip auf be­stehen­de Gründer­anteile an. Ac­ce­le­ra­ti­on-Klauseln: single trigger (bei Exit / Change of Control) oder double trigger (Exit + arbeitgeber­seitige Kündigung ohne wichtigen Grund innerhalb 9–18 Monaten nach Closing).

Cap Table · Li­qui­da­ti­on Pre­fe­rence

Anti-Dilution-Schutz

Anti-Dilution schützt Inves­toren vor Ver­wäs­se­rung bei späterer Down-Round (Fol­ge­run­de mit nied­ri­ge­rer Bewertung). Drei Me­cha­nis­men: (1) Full Ratchet — Investor wird auf neuen Preis nach­ge­bil­det (gründer­feindlich), (2) Broad-based weighted average — Schutz nach Volumen-ge­wich­te­tem Durch­schnitt (markt­üblich), (3) Narrow-based — strenger als broad-based. Verzicht auf Anti-Dilution ist Verhandlungs­karte für Gründer.

Down-Round · Term Sheet

Down-Round

Eine Down-Round ist eine Finanzierungs­runde mit nied­ri­ge­rer Pre-Money-Bewertung als die vorherige Runde. Auslöser: verfehlte KPIs, Markt­korrektur, Cash-Knappheit. Folgen: Ver­wäs­se­rung von Gründern und Bestands­investoren, Anti-Dilution-Klauseln greifen, Signaling-Effekt am Markt. Al­ter­na­ti­ve bei Cash-Druck: Bridge Financing oder Wandel­darlehen mit Discount auf nächste Up-Round.

Bridge Financing · Anti-Dilution

Bridge Financing

Bridge Financing über­brückt die Lücke zwischen zwei regulären Finanzierungs­runden — typisch 6–12 Monate Laufzeit. Struk­tu­riert meist als Wandel­darlehen mit Discount und Valuation Cap. Funktion: Cash-Ver­län­ge­rung bis zur nächsten Runde mit besserer Bewertung, ohne sofortige Bewertungs­diskussion. Risiko-Signal wenn mehrfach hin­ter­ein­an­der — Inves­toren werten Bridge-Stacking als Schwäche-Indikator.

Wan­del­dar­le­hen · Down-Round

Earnout

Earnout-Klauseln machen einen Teil des M&A-Kauf­prei­ses von der zu­künf­ti­gen Per­for­mance des ver­kauf­ten Un­ter­neh­mens abhängig. Typisch 20–40 % des Gesamt­preises über 1–3 Jahre nach Closing, gebunden an EBITDA-Ziele oder Umsatz­schwellen. Vorteil Käufer: Risiko­teilung. Nachteil Verkäufer: Bewertungs­abhängigkeit von Käufer-Steuerung. Anwalts­fester Vertrag er­for­der­lich.

Leistung: Vendor Due Diligence · Leistung: IM

KPIs & Service-Verträge

KPI — Key Performance Indicator

KPIs sind die wenigen Kenn­zah­len, die unternehmens­steuernd wirken — typisch 5–10 Top-KPIs pro Geschäfts­modell. Auswahl­kriterien: ac­tionable (steuerbar), me­a­su­ra­ble (messbar mit ver­füg­ba­ren Daten), aligned (an stra­te­gi­schen Zielen aus­ge­rich­tet). KPI-Inflation (50+ KPIs) ist eines der häu­figs­ten Reporting-Anti-Patterns. North-Star-Metric: 1 KPI über alle anderen.

Wikidata Q860554 ↗ · ARR · CAC

SLA — Service Level Agreement

SLAs sind ver­trag­lich zu­ge­si­cher­te Leistungs­merkmale für Dienst­leis­tun­gen — typisch Ver­füg­bar­keits-Garantie (99,5 %, 99,9 %, 99,99 %), Reaktions­zeit auf Tickets, Wieder­herstellungs­zeit (MTTR — Mean Time To Repair/Recovery). Ver­ein­bart werden Mess­methodik, Reporting-Frequenz, Sank­tio­nen bei Nicht­erfüllung (Service Credits). Bei B2B-SaaS-Verträgen Standard, bei B2C selten aus­ver­han­delt.

Wikidata Q869830 ↗ · KPI

Nächster Schritt

Begriff unklar? Unterlagen unsicher?

Be­schrei­ben Sie Ihr Vorhaben — PITCH & PAPER ordnet ein, welche Dokumente und welche Tiefe zu Ihrem Anlass passen.

Erst­ein­schät­zung erhalten