Was den Finanzplan-Preis bestimmt
Adressat. Agentur für Arbeit (Gründungszuschuss): kompakter, formal-strukturierter Plan mit Tragfähigkeits-Logik. Hausbank: Liquiditäts-Fokus, konservative Annahmen, Sicherheiten-Logik. Investor: Unit-Economics-Tiefe, Skalierungs-Annahmen, Kapital-Effizienz. Behörde (Konzession, Versorgungsvertrag): regulatorisch verifizierte Strukturen. Jeder Adressat hat eigene Pflicht-Inhalte.
Tiefe und Horizont. 1-Jahres-Liquiditätsplan ist günstiger als 5-Jahres-Bilanz/GuV/Cashflow-Modell. Monatlich Jahr 1, dann quartalsweise/jährlich ist Standard für Investoren; Banken erwarten häufig monatlich über 36 Monate.
Szenario-Anzahl. Single-Case ist selten ausreichend — Base/Best/Worst ist Standard. Sensitivitäts-Analysen mit 5–8 Stellschrauben kommen oft zusätzlich.
Branchenkomplexität. Dienstleistung mit konstanten Margen ist einfacher als Gastronomie mit Saisonalität, Pflege mit regulierter Vergütung, SaaS mit Cohort-Logik (CAC/LTV/Churn/Expansion).
Daten-Stand des Mandanten. Wer eigene Buchhaltungs-Auszüge, Branchenkennzahlen-Recherche und Lieferanten-Angebote hat, spart Recherche-Aufwand. Wer nur Idee und grobe Annahmen mitbringt, zahlt mehr.
Realistische Kosten-Korridore (Stand 2026)
Gründungszuschuss-Finanzplan. 1.500–3.500 €. Kompakter, formal-konformer Plan; Schwerpunkt Tragfähigkeit + Lebensunterhalt; geprüft von fachkundiger Stelle.
Bank-/Förder-Finanzplan KMU. 3.000–7.500 €. Monatlich 36 Monate, Bilanz+GuV+Cashflow, Szenarien Base/Worst, regional valide Annahmen.
Investoren-Finanzplan (Pre-Seed/Seed). 4.500–11.000 €. Unit Economics, Cohort-Vorbereitung, Kapitalbedarf-Quantifizierung, Sensitivitäten.
SaaS-/Series-A-Modell. 8.000–18.000 €. ARR/MRR-Aufbau, Churn/NRR/CAC-LTV mit Cohort-Logik, Investoren-konforme Folie + voll-editierbares Excel-Modell.
Mit branchen-typischer Komplexität. Pflege (Pflegekassen-Vergütung, Pflegegrade, Personalquoten), Gastronomie (Saisonalität, Wareneinsatz, Couvert-Logik), Produktion (Investitions-Phasen, Kapazitäts-Annahmen): jeweils +20–40 % auf Basis-Tarif.
Was nicht im Finanzplan-Preis enthalten ist
Steuerliche Beratung. Realistische Steuer-Rücklagen sind im Plan; verbindliche Steueroptimierung gehört zu Steuerberatung.
Buchhaltungs-Aufbau. Kontenrahmen, FiBu-Setup, GoBD-Konformität — gehört zu Steuerberatung oder spezialisierten Anbietern.
Marktanalyse. Eine Wachstums-Annahme im Finanzplan basiert auf Marktdaten; die vollständige Marktanalyse ist eigenständiger Service.
Live-Investor-Update-Prozesse. Quarterly Reporting, KPI-Dashboard-Aufbau — kein Bestandteil des einmaligen Finanzplans.
Wann ein günstiger Finanzplan reicht — und wann nicht
Günstig reicht. Bei einer Solo-Selbstständigkeit mit überschaubarem Investitionsbedarf (<25.000 €) und einem Adressaten (z. B. Gründungszuschuss): 1.500–2.500 € sind angemessen.
Mittel ist Standard. Bei KMU-Gründung mit Bank-/Förder-Finanzierung und mehreren Beteiligten: 3.500–6.000 € liefert ein Plan, der mehrere Prüfungen übersteht.
Premium ist gerechtfertigt. Bei Investoren-Round (>500.000 € Kapitalbedarf), Branchenkomplexität (Pflege, Gastronomie, SaaS) oder Multi-Adressaten-Anforderung: 7.500–14.000 € zahlt sich in Bewilligungs-/Termin-Quoten aus.
Faustregel. Der Finanzplan ist die einzige Stelle, an der Zahlen geprüft werden. Wer hier spart, riskiert die Ablehnung der gesamten Vorlage — der Aufwand-Wirkungs-Hebel ist asymmetrisch.